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Foto: BSVG

Neue Ladeinfrastruktur für BSVG

Bundesverkehrsminister Bilger besucht die BSVG

Gemeinsam mit ihm wurden die neuen E-Busse und der neue Busbetriebshof gefeiert.

Ein besonderer Tag für die BSVG: Gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Steffen Bilger, Vertreterinnen und Vertretern von Bund, Land und Stadt sowie zahlreichen Projektbeteiligten hat das Unternehmen am 21. August 2026 zwei Meilensteine für den öffentlichen Nahverkehr gefeiert, der Bundesverkehrsminister selbst würdigte die Umsetzung zweier Großprojekte besonders.

Seit 2018 wurde der Busbetriebshof am Lindenberg auf etwa 50.000 Quadratmetern grundlegend neugebaut. Während der gesamte Busbetrieb über acht Jahre ohne Unterbrechung weiterlief, entstanden neue Werkstätten, ein modernes Verwaltungsgebäude und zuletzt drei neue Bus-Abstellhallen, die sogenannten Bus-Ports. Darüber hinaus wurde der Betriebshof mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet – mit einer Größe von 12.900 Quadratmetern und einer Peak-Leistung von 1,8 MWp die größte im Braunschweiger Stadtgebiet. Der Neubau ist jetzt abgeschlossen und das vollständig modernisierte Depot bietet Platz für rund 165 Busse und erfüllt alle technischen Anforderungen für den Betrieb der elektrischen Flotte.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger: „Wir stärken mit unserer Förderung von Bussen mit klimafreundlichen Antrieben den öffentlichen Nahverkehr vor Ort und den Markthochlauf innovativer Antriebstechnologien. So auch in Braunschweig: Die Braunschweiger Verkehrs-GmbH zeigt mit dem Umbau des Betriebshofs und der zu einem Drittel elektrisch fahrenden Busflotte, wie der Umstieg auf klimafreundliche Antriebe im öffentlichen Nahverkehr gelingt. Das BMV hat diesen Fortschritt mit rund 18,3 Millionen Euro unterstützt. Braunschweig steht beispielhaft dafür, wie Investitionen in moderne Mobilität vor Ort Wirkung entfalten – für mehr Klimaschutz, einen attraktiven Nahverkehr und eine moderne, innovative Verkehrsinfrastruktur.“

BSVG-Geschäftsführer Frank Brandt: „Heute feiern wir den Abschluss von gleich zwei Großprojekten: dem Neubau des Busbetriebshofs und der Elektrifizierung unserer Busflotte. Ersteres verdanken wir vor allem unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Acht Jahre lang haben sie unter Baustellenbedingungen gearbeitet – mit Lärm, Staub, Provisorien und immer neuen Abläufen. Trotzdem haben sie Tag für Tag dafür gesorgt, dass unsere Fahrgäste zuverlässig unterwegs waren. Dieser Einsatz verdient höchsten Respekt. Gleichzeitig schließt sich ein Kreis: Mit den ersten Emil-Bussen haben wir 2014 früh den Weg in die Elektromobilität eingeschlagen. Heute fährt rund ein Drittel unserer Busflotte elektrisch – und mit dem modernisierten Betriebshof verfügen wir über die passende Infrastruktur dafür samt PV-Eigenstromerzeugung.“

Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum: „Ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr muss zuverlässig, komfortabel und zukunftsfähig sein. Der Ausbau der Elektromobilität ist ein zentraler Baustein für die nachhaltige Entwicklung der Mobilität in unserer Stadt. Die leisen und sauberen Elektrobusse unserer Braunschweiger Verkehrs-GmbH sind dazu ein überzeugendes Statement. Die Fahrzeuge werden in einem modernen Betriebshof gewartet. Die Stärkung des ÖPNV ist einer der zentralen Punkte in unserem Mobilitätsentwicklungsplan. Gemeinsam werden wir den ÖPNV in Zukunft noch attraktiver machen.“

Mit 50 neu angeschafften Elektrobussen ist inzwischen fast jeder dritte Bus der BSVG-Flotte elektrisch unterwegs: Die Neuanschaffungen umfassen 32 MAN Lion’s City E 12 C und 18 C sowie Daimler Buses eCitaro G. Mit den verschiedenen Modellen verfügt die BSVG über Busse mit unterschiedlichen Ladesystemen. Während die Fahrzeuge von MAN als Depotlader auf dem Betriebshof laden, können die Daimler-Busse zusätzlich während des Linienbetriebs per Stromabnehmer nachgeladen werden. 55 Ladepunkte zum Depotladen und ein Pantografenmast stehen auf dem Betriebshof bereit. Das Laden über die Stromabnehmer auf dem Fahrzeug ist an zwei Haltestellen im Braunschweiger Stadtgebiet sowie am Bahnhof in Wolfenbüttel möglich.

Der Bund förderte sowohl die Beschaffung der Busse als auch den Bau der Ladeinfrastruktur umfassend. Bei knapp 34 Millionen Euro betrug die Investitionssumme für die Busse etwa 23 Millionen Euro und fast 11 Millionen Euro für die Infrastruktur. Der Bund übernahm davon 15 und 3,3 Millionen Euro.

Das Land Niedersachsen beteiligte sich finanziell mit 5,6 Millionen Euro an der Busbeschaffung und mit etwa 12 Millionen Euro am gut 42 Millionen Euro teuren Neubau des Betriebshofs.

Oberbürgermeister Thorsten Kornblum schloss zusammenfassend: „Heute feiern wir nicht nur ein Bauprojekt und neue Busse. Wir feiern eine Investition in die Zukunft unserer Stadt – in Klimaschutz, moderne Mobilität und gute Arbeitsbedingungen für die Menschen, die den Nahverkehr jeden Tag möglich machen.“

Das Projekt wird im Rahmen der „Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe von Bussen im Personenverkehr“ durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) gefördert. Bundesweit wurden bereits 5.300 klimafreundliche Busse sowie die dazugehörige Betankungs- und Ladeinfrastruktur unterstützt. Fördermittel dieser Maßnahme werden auch im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP) über die europäischen Aufbau- und Resilienzfazilitäten (ARF) im Programm NextGenerationEU bereitgestellt. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.


E-Busse können jetzt auch im Stadtgebiet laden

Die BSVG hat damit eine neue Lade-Infrastruktur in Betrieb genommen.

Die Braunschweiger Verkehrs-GmbH (BSVG) hat gemeinsam Oberbürgermeister Thorsten Kornblum und Wolfenbüttels Stadtbaurat Klaus Benscheidt die neue Pantographen-Ladeinfrastruktur für ihre Elektrobusflotte offiziell in Betrieb genommen. Stellvertretend für alle Standorte fand der Termin am Ladepunkt an der Wilhelmstraße statt.

Insgesamt stehen Ladepunkte an drei Orten im Netz zur Verfügung: zwei an der Endhaltestelle „Eutschenwinkel“ in Leiferde, einer am Bahnhof Wolfenbüttel sowie ein Ladepunkt an der Wilhelmstraße. Zusätzlich wurde ein baugleicher Ladepunkt auf dem Busbetriebshof Lindenberg errichtet.

„Der Ausbau der Elektromobilität ist ein zentraler Baustein für die nachhaltige Entwicklung unserer Stadt. Mit der neuen Ladeinfrastruktur stärkt Braunschweig seinen öffentlichen Nahverkehr und macht einen weiteren wichtigen Schritt hin zu mehr Klimaschutz und Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger“, betont der Oberbürgermeister.

Der Wolfenbütteler Stadtbaurat Klaus Benscheidt ergänzt: „Dieses Projekt zeigt, wie wichtig die enge Zusammenarbeit über Stadtgrenzen hinweg ist. Gerade auf der stark frequentierten Verbindung der Linie 420 zwischen Braunschweig und Wolfenbüttel profitieren beide Städte von einer gemeinsamen, zukunftsfähigen Infrastruktur für den klimafreundlichen ÖPNV.“

Bisher haben alle Braunschweiger E-Busse im Depot geladen. Die neuen Ladepunkt ermöglichen es den Elektrobussen nun auch, während regulärer Wendezeiten Energie nachzuladen. Im Regelfall stehen dafür 20 bis 30 Minuten zur Verfügung. Dabei können pro Ladevorgang bis zu 150 kWh nachgeladen werden. Selbst unter anspruchsvollen Winterbedingungen mit Tagesdurchschnittstemperaturen unter 0 Grad Celsius entspricht dies einer zusätzlichen Reichweite von rund 50 Kilometern.

An den Ladepunkten sind Ladeleistungen von bis zu 300 kW möglich. Die tatsächliche Leistung variiert je nach Standort und vorhandener Netzsituation. Während die BSVG am Standort Eutschenwinkel eine eigene Trafostation errichtet hat und dort an das Mittelspannungsnetz angeschlossen ist, erfolgen die Anschlüsse an den Standorten Wilhelmstraße und Bahnhof Wolfenbüttel über das Niederspannungsnetz.

Im Linienbetrieb können die 18 Gelenkbusse vom Typ eCitaro G von Daimler Buses der BSVG-Flotte die Lademöglichkeit nutzen. Diese Fahrzeuge haben einen Stromabnehmer, den sogenannten Pantographen, auf dem Dach montiert. Fährt der Bus unter den Mast, kann der Pantograph ausgefahren werden und den Strom abnehmen.

„Für uns als Verkehrsunternehmen bedeutet das Gelegenheitsladen im Linienbetrieb einen echten Effizienzgewinn“, erklärt Jörg Reincke, Geschäftsführer der BSVG. „Wir können die Fahrzeuge gezielt während der regulären Standzeiten nachladen und so Reichweiten optimal nutzen, ohne zusätzliche Fahrzeuge vorhalten zu müssen. Gleichzeitig erhöhen wir die Verfügbarkeit unserer Elektrobusse und machen den Betrieb insgesamt resilienter.“

Derzeit laufen noch Schulungen für Fahrerinnen und Fahrer im Umgang mit der neuen Ladeinfrastruktur. Nach Abschluss dieser Schulungen können die entsprechend qualifizierten Fahrerinnen und Fahrer die Pantographen-Ladepunkte regulär im Linienbetrieb nutzen.

Die Kosten für den Planung, Bau und Vorbereitung der Infrastruktur lagen bei etwa 1,6 Millionen Euro. Das Projekt wird im Rahmen der „Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe von Bussen im Personenverkehr“ mit insgesamt 570.000 Euro durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) gefördert. Fördermittel dieser Maßnahme werden auch im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP) über die europäischen Aufbau- und Resilienzfazilitäten (ARF) im Programm NextGenerationEU bereitgestellt. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.