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Magazin stadtverkehr 11/2025

Netz & Betrieb

  • Bratislava: Zweite Etappe der Straßenbahn Petrzalka in Betrieb
  • Lüttich (Liège) erhielt wieder eine Straßenbahn


Projekt & Planung

  • Hermann-Hesse-Bahn: Potenziale, Probleme und Perspektiven, Teil 2
  • Großbaustelle Mailand
  • Mailand: Flughafen-Anbindungen
  • Italien: Zwischenstand EU-Wiederaufbaufonds


Kurz & Aktuell

  • Neue Züge helfen bei der Stabilisierung des Berliner U-Bahn-Betriebs
  • Flexity für Magdeburg erhielt Zulassung


Verkehrsmarkt & Verkehrspolitik

  • Die 1. Straßenbahn-WM in Wien
  • Wien und seine Öffis
  • Kommentar: Die Tram-WM aus Mediensicht


Messe & Kongress

  • Busworld Europe 2025, Teil 1
Foto: R. Gerbig

Liège (Lüttich) hat wieder eine Straßenbahn

Lüttich, Stadt 87 m über dem Seeniveau an der Maas gelegen, hat 195.000 Einwohner und ist umgeben von einem Gebiet auf ca. 230 m über Meeresniveau. Nach 54 Jahren reinem Dieselbusbetrieb, erhielt Lüttich am 18. April 2025 wieder eine elektrische Straßenbahn, welche die Stadt in Nord-Süd-Orientierung erschließt. Zwei Tage später fuhr der König der Belgier einige hundert Meter und am 10. Mai 2025 gab es ein großes Volksfest zur Einweihung.

Kein Zweifel, die Stadt Lüttich ist durch diese große Investition stark aufgewertet. Die Tram ist ein Prestigeobjekt und man hat erfahren müssen, dass die Rückkehr der Tram nach 57 Jahren in eine mehr als 1000 Jahre alte Stadt bautechnisch keine Kleinigkeit ist, die offenbar finanziell schwierig einzuschätzen war. Lesen Sie in der neuen „stadtverkehr“-Ausgabe 11/2025 nicht nur alles über das neue Straßenbahnsystem mit Besonderheiten wie dem abschnittsweise fahrleitungslosen Betrieb sondern auch über die Geschichte der Stadt und ihre Verkehrsgeschichte, die mehrere Straßenbahnbetriebe und zeitweise ein großes, den topografischen Verhältnissen gut angepasstes Trolleybusnetz umfasste.

Foto: K. Göbel

Notizen von der Busworld Europe 2025

Die Busworld Europe 2025 hat nach einer weiteren Rekordausgabe ihre Pforten geschlossen. Die Veranstalter zeigten sich sehr zufrieden und berichteten von 559 Ausstellern aus 40 Ländern, darunter 81 Bushersteller (im Vergleich zu 66 im Jahr 2023), die 209 Fahrzeuge im Innen- und 29 im Außenbereich präsentierten. Die Ausstellung erstreckte sich über 82.000 m². Auch das Publikumsinteresse stieg und erreichte 45.427 Besucherinnen und Besucher aus 101 Ländern. Die Aussteller berichteten nach Darstellung des Busworld-Teams von hervorragenden Geschäftskontakten und großem Interesse von Betreibern, Ingenieuren und Entscheidern. Das viertägige Kongress-Programm umfasste Diskussionen zu emissionsfreien Technologien, Digitalisierung, Sicherheit, Sozioökonomie und der Zukunft des Fernbusverkehrs.

Nach aktuellen Einschätzungen werden bis 2030 mehr als 60 % der Stadtbusse in Europa batterieelektrisch sein. Die Busworld reflektierte diese Markterwartung. Allgemein ist zu sagen, dass niederflurige Batterie-Stadtbusse inzwischen von einer Vielzahl von Firmen angeboten werden und auf der Messe in Brüssel neben chinesischen Herstellern auch solche aus Indien und Vietnam auftraten, die sich Hoffnungen auf eine Etablierung auf dem europäischen Markt machen und gegen die hiesigen Anbieter antreten. MCV ist ein führendes Beispiel eines Produzenten vom afrikanischen Kontinent mit eigener Vertriebsorganisation z.B. in Deutschland. Weniger umfangreich aber deutlich im Wachsen begriffen ist das Angebot elektrischer Klasse-II-Überlandbusse, wo Daimler Buses/Mercedes-Benz und Iveco nun hochflurige Fahrzeuge im Programm haben, die sich den Herausforderungen in diesem Segment – dazu zählen hohe Tagespensen in Kilometern und wettbewerbsbedingt knappe Budgets bei der Fahrzeugbeschaffung – ebenso stellen wie der aufkommenden nah- und fernöstlichen Konkurrenz. Und schließlich zeigte MAN, dass auch im Reisebusbereich das Rennen um die Dekarbonisierung beginnt wobei auch hier die außereuropäische Konkurrenz bereits am Start ist. Lesen Sie in der neuen „stadtverkehr“-Ausgabe 11/2025 den ersten von zwei Teilen unseres Berichts von der Messe in Brüssel.

Foto: Comune di Milano

Großbaustelle Mailand

Mailand präsentiert sich ein Jahr vor der Deadline für die Fertigstellung der durch den EU-Wiederaufbaufonds (PNRR) finanzierten Projekte voller ÖPNV-Baustellen, wovon die PNRR-geförderten allerdings insgesamt eher eine Nebenrolle spielen. Gearbeitet wird an mehreren Projekten der Verkehrsträger S-Bahn, Straßenbahn und Trolleybus. Die S-Bahn-Ausbauten orientieren sich am Regionalen Mobilitäts- und Verkehrs-Programm (PRMT) von 2016, das ein Zielnetz aus 17 rein italienischen und drei grenzüberschreitende Linien in die Schweiz vorsieht.

Aktuelle Arbeiten konzentrieren sich auf die Knotenpunkte Bovisa und Seveso sowie Ausbauten der Strecken Rho–Parabiago und Rogoredo–Pieve Emanuele. Bei der Tram stand im Sommer Piazza Cordusio im Zentrum. Wegen Gleissanierung und Umwandlung in eine Fußgängerzone war der Platz praktisch für den gesamten Verkehr gesperrt. Mehrere Neubaustrecken entstehen im Zuge der Straßenbahn-Nordtangente und auch der Wiederaufbau der früheren Überlandstrecken nach Seregno und Limbiate ist im Gange. Die drei Obus-Projekte nehmen zur Kenntnis, dass einfach mit gelber Farbe abmarkierte Busspuren in Mailand realitätsfern sind – sie werden immer häufiger als Parkplatz missbraucht und bremsen damit die Obusse aus. Daher werden nun baulich abgegrenzte Trassen erweitert. Viele der in der neuen „stadtverkehr“-Ausgabe 11/2025 beschriebenen Projekte schlummerten jahrzehntelang in den Schubladen und werden nun endlich realisiert. Dennoch gibt es vor allem bei den Langläufern unter den Projekten wie U-Bahn oder S-Bahn noch viel zu tun.