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Magazin stadtverkehr 4/2025

Netz & Betrieb

  • Gleisabdeckung im Rahmen der Rad-Weltmeisterschaften in Zürich
  • Pariser Schnellbahneröffnungen 2024 – und aktueller Stand
  • 125 Jahre Verkehrsbetriebe Luzern
  • Bus-Antriebswende im Raum Paris
  • 1000. Elektrobus der RATP Paris vorgestellt
  • Japans Straßenbahnsysteme, Teil 5


Verkehrsmarkt & Verkehrspolitik

  • In Frankreichs Regionen heißt S-Bahn nun SERM
  • Sieben Jahre Helsinki Metro West – Versuch einer Zwischenbilanz


Messe & Kongress

  • Das sind die Themen der „mobility move 2025”


Industrie & Produkt

  • Solaris Bus & Coach 2024 mit Umsatzwachstum


Forschung & Entwicklung

  • 200 Jahre KIT – Forschung zur Zukunft der Mobilität aus Karlsruhe


Kurz & Aktuell

  • Letzter Einsatztag der GT8 der früheren OEG
  • Woltersdorfer Straßenbahn verabschiedet Gotha-Wagen aus dem Plandienst


Projekt & Planung

  • LEONHARD WEISS baut Münchner U-Bahn-Strecke nach Martinsried
Foto: SGP

Pariser Schnellbahneröffnungen 2024 – und aktueller Stand

Von dem seit 2014 laufenden Schnellbahn-Ausbauprogramm „Grand Paris Express“ (GPE) konnten im vergangenen Jahr erste Abschnitte in Betrieb genommen werden, was teilweise in Zusammenhang mit der Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele stand. Nicht alle ursprünglich für dieses Ereignis vorgesehenen Projekte wurden fertig, was u.a. pandemiebedingten Unterbrechungen geschuldet ist. Trotz einiger Rückschläge macht die Region Île-de-France Fortschritte wird könnte in einigen Jahren die Streckenlänge der Metro, die lange bei etwa 200 km stand, verdoppelt haben. Zudem läuft der Ausbau der RER (S-Bahn) weiter und auch bei der Straßenbahn und Express-Straßenbahn kommen neue Strecken hinzu.

Von dem seit 2014 laufenden Ausbauprogramm „Grand Paris Express“ (GPE) konnten im vergangenen Jahr erste Abschnitte in Betrieb genommen werden, was teilweise in Zusammenhang mit der Ausrichtung der Olympischen Spiele stand, wenngleich nicht alle ursprünglich für dieses Ereignis vorgesehenen Projekte fertig wurden, was u.a. pandemiebedingten Unterbrechungen geschuldet ist.

Rechtzeitig zu den Spielen ging am 24. Juni 2024 die Verlängerung der Linie 14 an beiden Enden in Betrieb. Im Norden betraf dies zwar nur eine 1,6 km kurze Strecke von Mairie de Saint-Ouen bis Saint-Denis Pleyel, doch letztgenannter Knotenpunkt bietet Übergang zur Station Stade de France, Saint-Denis der RER-Linie D sowie zu den vom Gare du Nord aus gen Norden führenden Vorortstrecken. Mit weiteren GPE-Ausbauten wird dieser Knoten weiter an Bedeutung gewinnen. Am südlichen Ende der Linie 14 kam eine erhebliche Erweiterung um 14 km von Olympiades bis Aéroport d’Orly hinzu. Damit entstand erstmals eine umsteigefreie Verbindung vom Flughafen Orly direkt ins Pariser Zentrum.

Bereits einige Tage vor der Erweiterung der Linie 14 fand am 13. Juni 2024 die Inbetriebnahme der östlichen Verlängerung der Metrolinie 11 von Mairie des Lilas nach Rosny Bois-Perrier mit gut einjähriger Verspätung statt. Die 5,7 km lange Neubaustrecke mit sechs Stationen beinhaltet auch einen oberirdischen Abschnitt von rund 600 m auf Viadukt einschließlich der Station Coteaux Beauclair.

Als erstes fand am 3. Mai 2024 die offizielle Eröffnung der Verlängerung der RER-Line E (EOLE) nach Westen von Haussmann Gare Saint-Lazare über La Défense bis Nanterre-la-Folie statt. Der Regelbetrieb auf der 8 km langen Strecke mit zwei Zwischenstationen begann am 6. Mai. Die Verlängerung der Linie RER E dient auch zur Entlastung der Linie RER A. Zudem wird die Linie in den nächsten Jahren weitgehend über bestehende Strecken nach Mantes-la-Jolie erweitert.

Herzstück des Projekts Grand Paris Express sind rund 200 km automatisch betriebene Metrostrecken, mit denen fehlende Querverbindungen in den drei Départements der „Petite Couronne“ mit ihren rund 4,5 Mio. Einwohnern rund um die Stadt Paris angeboten werden. Hier konnten bisher noch keine Streckenabschnitte eröffnet werden. Die Arbeiten am Südabschnitt der künftigen Ringlinie 15 sind zu 80 % fertiggestellt, doch eine Überprüfung des Projektstands ließ kürzlich aufhorchen, könnte die Inbetriebnahme sich doch bis 2027 verzögern. Nun wird politisch gegengesteuert mit dem Ziel, Ende 2026 zu eröffnen.

Lesen Sie in der neuen „stadtverkehr“-Ausgabe 4/2025 alles über die neuen Schnellbahnstrecken und den aktuellen Ausbaustand.

Foto: KIT/Bramsiepe

200 Jahre KIT – Forschung zur Zukunft der Mobilität aus Karlsruhe

1825 wurde die Polytechnische Schule in Karlsruhe per großherzoglichem Dekret gegründet und durfte 60 Jahre später den Titel „Technische Hochschule“ führen. 2009 fusionierte die Universität Karlsruhe (TH) mit dem Forschungszentrum Karlsruhe zum Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Unter dem Motto „Wir gestalten Zukunft – Forschung | Lehre | Transfer“ gibt es zum 200-jährigen Jubiläum des KIT vielfältige Angebote und Veranstaltungen, darunter auch eine Präsentation unter dem Titel „Alternative Antriebe und Mobilität der Zukunft“.

Zum Forschungsprofil des KIT gehören insbesondere die gesellschaftlich relevanten Bedarfsfelder Energie, Mobilität und Information. Werden Forschungsdisziplinen in den Fakultäten und Bereichen weiterentwickelt und inhaltlich bestimmt, so bündeln neun KIT-Zentren, darunter solche für „Energie“, „Klima und Umwelt“ oder auch „Mobilitätssysteme“, gemeinsame Forschungsaktivitäten interdisziplinär und bereichsübergreifend. Prof. Dr.-Ing. Peter Vortisch ist Leiter des Instituts für Verkehrswesen und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesminister für Verkehr und Digitale Infrastruktur. Der Verkehrsplaner hielt einen Vortrag unter dem Titel „Was hilft und was hilft nicht? Probleme und Lösungsansätze im Lichte des Gesamtsystems Mobilität“. Ausgangspunkt ist die Feststellung, dass die politisch beschlossenen Klimaziele 2030 im Verkehrssektor nicht erreicht werden. Dennoch leisten wir uns den Verzicht auf hilfreiche Maßnahmen wie etwa Tempolimits auf Autobahnen und Landstraßen. Die Bahn, ein im Bestreben um die Senkung der Treibhausgasemissionen potenziell hilfreiches System, kann heute und wohl auch nicht bis 2030 ihren vollen Beitrag leisten, weil sie zu unzuverlässig ist. Da helfen auch keine Billig-Fahrpreis-Angebote. Die angelaufene Ertüchtigung des Netzes ist notwendig. Prof. Maximilian Fichtner, Direktor des Helmholtz-Instituts Ulm für Elektrochemische Energiespeicherung in Ulm (HIU) trug zum Thema „Die Zukunft der Antriebe im postfossilen Zeitalter“ vor. „Batterie, Wasserstoff oder synthetische Kraftstoffe – wer macht das Rennen?“, war seine Frage. Mit Blick auf den Stand der Technik und die sich abzeichnenden Weiterentwicklungen sieht er für die meisten mobilen und auch wichtige stationäre Anwendungen (z.B. Pufferspeicher zum Ausgleich der Fluktuation erneuerbarer Energien) die Batterie als Energiespeicher vorn. Am KIT wird intensiv an der Etablierung von Lösungen zum Recycling von Batteriespeichern und Brennstoffzellen gearbeitet, um die Kreislaufwirtschaft zu stärken und die Abhängigkeit von Rohstoffimporten zu senken. Auch wo die Elektrifizierung mit Batteriespeichern derzeit keine Option zu sein scheint, etwa auf langer Strecke im Schiffs- und Flugverkehr, arbeiten Forschende am KIT und tüfteln an der „grünen“ Raffinerie der Zukunft und regenerativ hergestellten Treibstoffen. In der neuen „stadtverkehr“-Ausgabe werden wichtige KIT-Aktivitäten zur Zukunftsmobilität vorgestellt.

Foto: RATP/IDFM

Bus-Antriebswende im Raum Paris

Ziel der regionalen Aufgabenträgerbehörde Île-de-France Mobilités (IDFM), unter deren Ägide im Großraum Paris etwa 10.500 Busse fahren – vom Minibus bis zum Reisebus für Expresslinien mit Autobahnbenutzung, in der Mehrzahl jedoch Stadt- und Überlandlinienbusse – ist es, bis 2029 einen „sauberen“ Fuhrpark („véhicules propres“) zu haben, in den dicht besiedelten Gebieten (Paris und Petite Couronne) sogar schon gegen Ende 2025. Innerhalb von weniger als 15 Jahren sollen 5,7 Mrd. EUR in die Umstellung investiert werden. Angestrebt wird eine Abkehr vom Dieselantrieb und eine künftige Flottenzusammensetzung aus ca. 70 % Biomethan- und 30 % Elektrobussen.

Voraussetzung dafür ist nicht nur eine enorme Anstrengung in der Beschaffung von über 7000 Gas- und 3000 Batteriebussen, die seit 2016 eingeleitet wurde, sondern auch die Umrüstung der über 100 Depots, von denen der Verkehrsbetrieb RATP etwa ein Viertel betreibt, die anderen Firmen wie Transdev, Keolis und Lacroix-Savac. Die Gasbusse einiger kleiner Depots können an öffentlichen Tankstellen versorgt werden. In den meisten Fällen handelt es sich aber um den Aufbau neuer Versorgungsanlagen auf den Betriebshöfen, entweder in Form der Ladeinfrastruktur für Elektrobusse oder der Leitungen und Kompressoren für die Betankung der Gasbusse. Anfang 2025 waren diese Umrüstungsarbeiten bei 61 Depots abgeschlossen, bei weiteren 19 im Gange und bei zusätzlichen 21 Standorten geplant. Die fertiggestellten 61 Anlagen umfassen elf für Elektrobusse und 50 für Gasbusse.

Mit Blick auf eine angestrebte Kreislaufwirtschaft mit stark reduzierten CO2-Emissionen, aber nicht zuletzt auch im Interesse einer gewissen Unabhängigkeit von volatilen Energieträger-Märkten unterstützt die Region die Biomethanproduktion in der Gegend. In der Île-de-France geht man davon aus, dass die CO2-Emissionen im Busverkehr beim Einsatz von Biomethan im Vergleich zu Diesel um über 80 % reduziert werden. Lesen Sie in der neuen „stadtverkehr“-Ausgabe 4/2025, wo die französische Hauptstadtregion mit ihrem Busverkehr hinwill und wo sie derzeit steht.