„Calw im Schwarzwald“ und die Hermann-Hesse-Bahn
Nach langen Diskussionen und Verzögerungen, die in keiner Weise in der Struktur des Vorhabens oder der Arbeit des Projektträgers begründet liegen, sondern ausschließlich sowohl in unterschiedlichen Interessenlagen politischer Akteure sowie – in erster Linie – den gesetzlich verbrieften Belangen des Artenschutzes, stehen nun die Signale für die Reaktivierung der Bahnstrecke Weil der Stadt–Calw in Baden-Württemberg auf Fahrt. Als Eröffnungsdatum wird derzeit Ende 2025 angestrebt. Es könnte allerdings vielleicht auch noch bis gegen Mitte oder Herbst 2026 dauern.
Das Streckenteilstück von dem schwäbischen Fachwerkstädtchen Weil der Stadt, am westlichen Rand der Region Stuttgart gelegen, in die Große Kreisstadt Calw, Sitz des gleichnamigen Landkreises, ist eigentlich Teil der einstmals durchgehenden Hauptstreckenrelation Stuttgart(-Zuffenhausen)–Calw. Sie wurde anno 1872 unter dem offiziellen Beinamen (württembergische) ‚Schwarzwaldbahn‘ eröffnet. In Calw, tief im Nagoldtal gelegen, schließt sie an die Nagoldtalbahn Pforzheim–Calw–Horb an. Zwischen Stuttgart und Weil der Stadt (einst Eilzugstrecke) fährt im SPNV heute nur die Stuttgarter S-Bahn als Linie S 6. Lesen Sie in der neuen „stadtverkehr“-Ausgabe 10/2025 den ersten von zwei Teilen einer ausführlichen Vorstellung des Projekts, das sich namentlich mit dem Fledermaus-Artenschutz vor beachtliche Herausforderungen gestellt sieht, denen mit originellen Lösungen begegnet wird. In den Bestandstunneln werden tropfende Rinnsale im Tunnelgewölbe mit aufgesetzten Drainagevliesen abgeführt. Der Artikel beschreibt diese Maßnahmen ebenso wie das Gesamtprojet und seine Einzelgewerke. Im bald folgenden zweiten Teil wird es dann um Betrieb, Fahrzeuge, Kosten und Finanzierung, Organisation und Kommunikation sowie Perspektiven der Reaktivierung gehen. Hinweis: Der zweite Teil des Artikels erschien in „stadtverkehr“ 11/2025.
Urbanloop setzt sich durch
Im Gegensatz zu anderen zukunftsweisenden Projekten im öffentlichen Verkehr hat es Urbanloop geschafft, den Durchbruch zu schaffen. Wo andere jahrelang auf langsam eintröpfelnde Fördermittel warten oder mit Crowdfunding scheitern, hat Urbanloop schon sieben Jahre nach Erarbeitung der Grundidee der Informatiker für ein Verkehrssystem, das Vorteile des ÖV mit denjenigen des Privatwagens kombiniert und manche Nachteile beseitigt, durch erste Projekte in Frankreich und im Ausland bereits erste Einnahmen erzielt. Bei Urbanloop handelt es sich um ein automatisiertes Kabinensystem auf Gummireifen und mit Spurführung.
Der große Vorteil für den Fahrgast liegt darin, dass praktisch jederzeit in Sekunden eine Kabine zur Verfügung steht, die dann ohne Halt oder Umsteigen, auch bei zukünftigen komplexen Netzen direkt zur Zielhaltestelle fährt. Im Artikel in der neuen „stadtverkehr“-Ausgabe 10/2025 wird das Angebot an den „Kapseln“ gennannten Fahrzeugen sowie die Sicherungslösung für den Fahrbetrieb der bei Bedarf im Abstand von wenigen Metern in Intervallen von Sekunden fahrenden oder sogar Konvois bildenden Kapseln und die Spurführung dargestellt. Zudem gibt es einen Ausblick auf erste Umsetzungsprojekte in Dunkerque (Dünkirchen), Nancy und Abu Dhabi.
Batteriebusse, Barrierefreiheit und Trolleybus-Abschied in Schaffhausen
Der Busverkehr der Verkehrsbetriebe Schaffhausen (VBSH) wird vollständig auf Elektrobusse umgestellt. Dieses Ziel soll für den Stadtbusbetrieb spätestens 2028 und für die Regionalbuslinien bis 2035 erreicht sein. Herzstück beider Netze mit überragender verkehrlicher und betrieblicher Bedeutung ist die Verknüpfungsstation am Bahnhof. Nachdem die Schnellladeinfrastruktur für die Batterie-Stadtbusse in der Bahnhofstrasse schon 2020-2021 aufgebaut worden war, erfolgte 2024-2025 eine generelle Aufwertung der Straße für mehr Aufenthaltsqualität und Barrierefreiheit. Der Abschluss der Arbeiten war Anlass für eine offizielle Eröffnung mit Fest am 30. August 2025.
Die Bahnhofstrasse verläuft zwischen dem Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs und der Altstadt. Ziel der Arbeiten war es, die Straße als Visitenkarte der Stadt Schaffhausen zu einem attraktiven Ankunfts-, Umsteige- und Begegnungsort mit Promenadencharakter zu machen, großzügig, übersichtlich und hindernisfrei. Die Haltekanten für die Busse wurden erhöht und ermöglichen einen stufenlosen Einstieg. Zur Barrierefreiheit gehört aber auch die nun begonnene und schweizweit erstmals für ein komplettes Nahverkehrsnetz vorgesehene Einführung des Mobilitätsassistenzsystems INTROS, das blinde und sehbehinderte Fahrgäste bei der Identifizierung des richtigen Busses, dem Einstieg und der Absetzung des Haltewunsches unterstützt.
War dem Trolleybus in Schaffhausen nach früheren Plänen noch eine Gnadenfrist bis Ende 2028 beschieden, so wird das Ende nun wesentlich früher kommen, spätestens zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025, vielleicht sogar schon gegen Ende November. Grund sind Bauarbeiten. Lesen Sie in der neuen „stadtverkehr“-Ausgabe 10/2025 alles über die Umstellung der Stadt- und Regionalbusse auf Batteriefahrzeuge, mit der Schaffhausen zu den führenden Verkehrsunternehmen gehört.