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Magazin stadtverkehr 5/2026

Projekt & Planung

  • München Mobilität: Zum Wachstum verdammt, überall und ohne Ende?
  • Eine Seilbahn für Potsdam?
  • Fortschritte beim U-Bahn-Ausbau in Hamburg
  • Verbindungsstrecke Dvorce–Zlíchov in Prag eröffnet


Netz & Betrieb

  • Obusse und öffentlicher Nahverkehr in San Francisco
  • Pünktlichkeit und Zugausfälle der S-Bahn München im Jahr 2025
  • Rostock: RSAG-Betriebshof Reutershagen


Verkehrsmarkt & Verkehrspolitik

  • E-Bus-Radar 2026 von PwC
  • Prioritäten setzen – ein Plädoyer für Realismus


Industrie & Produkt

  • Daimler Buses feiert 30 Jahre Omniplus und kündigt Ausbau an
  • Daimler Buses bringt Mercedes-Benz Conecto auf den deutschen Markt
  • MCV mit zwei alternativ angetriebenen Linienbussen auf der BUS2BUS 2026
  • MAN startet Elektrobus-Produktion im Buswerk Ankara


Kurz & Aktuell

  • Stadler wird die neuen Straßenbahnen für Görlitz und Zwickau liefern
Foto: S. Göbel

E-Bus-Radar 2026 von PwC

Wird Klimaschutz heute auch oft durch andere Themen aus den Schlagzeilen verdrängt, so ändert das nichts an seiner Dringlichkeit. Unterdessen ist die Performance des Verkehrssektors in dieser Hinsicht notorisch schwach. Immerhin, die Umstellung des Busverkehrs in den Städten auf Alternativen zum Verbrennungsmotor ist im Gange. Der Linienverkehr mit relativ gut planbaren, überwiegend auch überschaubaren Tagespensen und der regelmäßigen Rückkehr ins Depot ließ den Stadtbus zu einem besonders plausiblen Kandidaten für den Einstieg in die Dekarbonisierung des Verkehrs werden. Die Kostenstrukturen sind jedoch auch Jahre nach den ersten erfolgreichen Umstellungen einzelner Linien noch immer so, dass kein Verkehrsunternehmen allein aus betriebswirtschaftlichem Kalkül vom Dieselbus auf den Batteriebus umsteigt. Zuckerbrot und Peitsche sind vonnöten.

Fördern und Fordern. Mit Förderprogrammen auf Bundes- und Landesebene wird versucht, die Anfangsinvestitionen in neue elektrische Ladeinfrastruktur oder Wasserstofftankstellen und die Mehrkosten von Batterie- und Brennstoffzellenbussen gegenüber dem Diesel mehr oder weniger vollständig aufzufangen. Aber die Programme sind teilweise haushaltsbedingt unstet und zudem regelmäßig überzeichnet. Auf der Seite des Forderns ist mit Beginn des Jahres 2026 die zweite Referenzperiode der Clean Vehicles Directive (CVD) der Europäischen Union gestartet. Damit steigen die Mindestquoten: Künftig müssen 65 % der neu beschafften Stadtbusse „sauber“ sein, davon mindestens 32,5 % emissionsfrei. Zusätzlichen Druck erzeugt die EU-Verordnung 2024/1610 zu den CO2-Flottengrenzwerten: Ab 2030 müssen 90 % der neu zugelassenen Stadtbusse emissionsfrei sein, ab 2035 alle – das ist ein faktisches Verbrennerverbot für neue Stadtbusse. Die Unternehmensberatung PwC betrachtet regelmäßig den Markt für Elektrobusse und hat kürzlich den E-Bus-Radar 2026 vorgelegt. Lesen Sie in der neuen „stadtverkehr“-Ausgabe, was in Sachen Flottenumstellung bereits erreicht wurde und was in den nächsten Jahren geplant ist.

Foto: T. Naumann

München Mobilität: Zum Wachstum verdammt?

Seit der Nachkriegszeit wächst München stetig und spätestens seit den Olympischen Sommerspielen 1972 in rapidem Tempo. Die stadtplanerische Entscheidung, dieses Wachstum bevorzugt auf das Zentrum zu orientieren, führte zu der ausgeprägten Monozentralität, die die Stadt heute prägt. Und die schiere Masse an Menschen, die mit den neuen Arbeitsplätzen gekommen sind und noch immer kommen, kann vom Organismus Stadt kaum noch verdaut werden. Kein Thema zeigt dies deutlicher als der eklatante Mangel an Wohnraum und die Entwicklung der Mietpreise, die sich nur noch deutlich besser gestellte Menschen überhaupt leisten können – aber selbst teurer Wohnraum will erst einmal gefunden werden…

Weil das ungebremste Wachstum weiter monozentral orientiert ist erzeugt die Stadt im Ergebnis ihrer Entwicklung anteilig viel mehr auf ihren Kern orientierten Verkehr als etwa Berlin oder Hamburg. Dafür wurden mit S- und U-Bahn auch bereitwillig und mit großem Aufwand zwei Systeme von Grund auf neu geschaffen, ohne die die Stadt wirtschaftlich nicht lebensfähig wäre. Aber beide Systeme sind heute saturiert, und das nicht nur in absoluten Spitzenzeiten. Im Moment läuft mit dem Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke parallel zur ersten gerade die nächste Eskalationsstufe dieser unendlichen Geschichte. Wenn sie in Betrieb geht wird noch mehr auf das Zentrum orientierter Verkehr zu erwarten sein und es ist keineswegs sicher, dass die zusätzlichen Kapazitäten das Problem nachhaltig lösen werden. Und wenn nicht, auf zur nächsten Runde? Wer soll das bezahlen? Die geplante U9, in gewisser Weise die 2. Stammstrecke der Nord-Süd-Richtung, ist noch längst nicht finanziert. Lesen Sie in der neuen „stadtverkehr“-Ausgabe 5/2026, welche Rolle tangentiale Schienenverbindungen in München spielen könnten und warum die Fortschritte bei ihrem Aufbau so langsam sind.

Foto: HOCHBAHN

Fortschritte beim U-Bahn-Ausbau in Hamburg

Die Hamburger Hochbahn AG (Hochbahn) arbeitet planmäßig an der Substanzerneuerung und dem Umbau des U-Bahn-Bestandsnetzes mit Blick auf Barrierefreiheit und höhere Kapazitäten, sowie an den Neubauprojekten der beiden U4-Teilstrecken und der neuen U-Bahn-Linie U5. Die geplanten oder bereits in Bau befindlichen Neubaustrecken werden in den nächsten Jahren zu einer Vergrößerung des Netzes um rund ein Viertel führen. Die U-Bahn-Projekte liegen weitgehend im Zeit- und Kostenrahmen.

Hamburg plant seit 2014 eine rund 24 km lange neue U-Bahn-Linie U5, die von Bramfeld im Nordosten über die U1-Station Sengelmannstraße, die U3-Station Borgweg, durch die östlich des Alstersees gelegenen Stadtteile Winterhude, Uhlenhorst und St. Georg zur Innenstadt verlaufen soll. Die weitere Führung ist in nördlicher Richtung über die Universität westlich der Alster, durch den Stadtteil Grindel, über die U3-Station Hoheluftbrücke und durch den Stadtteil Eppendorf geplant. Ab dem Universitätskrankenhaus Eppendorf (UKE) soll die U5 westwärts über die U2-Station Hagenbecks Tierpark und die S-Bahn-Station Stellingen bis zu den Arenen verlaufen. Wurde über das Gesamtprojekt U5 und dessen Fortschritte schon mehrfach ausführlich in „stadtverkehr“ berichtet, so haben sich in jüngerer Zeit einige Planänderungen ergeben, die es Wert sind, sie sich genauer zu betrachten. Lesen Sie in der neuen „stadtverkehr“-Ausgabe 5/2026 wo Hamburgs U-Bahn heute steht und wohin die Reise gehen soll.