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Magazin stadtverkehr 7-8/2025

Verkehrsmarkt & Verkehrspolitik

  • 2024: Zulassung von Stadtbussen mit alternativen Antrieben in Europa
  • Autonomes Fahren im öffentlichen Linienverkehr


Projekt & Planung

  • Seilbahn in der Region Île-de-France: Hoch am Seil in Paris
  • Mannheim: Konversionsnetz kommt gut voran
  • Mannheimer Klimaschutz-Aktionsplan 2030, Mobilität und ÖPNV


Netz & Betrieb

  • Mexiko-Stadt auf dem Weg zur Verkehrswende
  • 125 Jahre elektrische Straßenbahn Mannheim
  • Pilotversuch „Regelmäßiges Fahren“ bei den Berliner Verkehrsbetrieben
Foto: HOLON

Hamburg plant autonomes Fahren im öffentlichen Linienverkehr

Im Juni 2025 fanden in Hamburg der UITP Summit und die VDV-Jahrestagung statt. Gipfel-Gastgeber Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen taten sich zusammen, um das Thema „Autonomes Fahren im öffentlichen Linienverkehr“ ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu bringen. Neben Vorträgen und Präsentationen stellten beide Organisationen ein „Whitepaper“ unter diesem Titel vor. Demnach eröffnet das autonome Fahren grundlegend neue Möglichkeiten, um den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) flexibler und attraktiver zu gestalten – und zugleich dessen Wirtschaftlichkeit zu verbessern.

Besonders deutlich zeigen sich die Vorteile des autonomen Fahrens im Bereich der Bus-Linienverkehre. Deren Automatisierung wird perspektivisch deutliche Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen gegenüber dem heutigen, fahrergeführten Betrieb ermöglichen. Dadurch entsteht eine Chance für Städte und Kommunen, das öffentliche Verkehrsangebot ergebnisneutral auszuweiten – d.h. den ÖPNV-Modalanteil zu erhöhen, ohne die laufenden Kosten des ÖPNV zu erhöhen.

Der Aufsichtsrat hat der HOCHBAHN grünes Licht für das Projekt „3plus3“ gegeben. Innerhalb dieses Projektes soll der Einsatz von autonomen Bussen im Linienverkehr erprobt und etabliert werden. Dazu will man jeweils drei Roboshuttles (Platz für mindestens zehn Fahrgäste) und drei Robo-midibusse (mindestens 30 Fahrgäste) von mindestens zwei unterschiedlichen Herstellern beschaffen und ab 2026 im öffentlichen Linienverkehr einsetzen und erproben. Über eine reguläre Betriebserlaubnis und Betriebsbereichsgenehmigung soll der Betrieb über die Leitstelle ohne Fahrpersonal ermöglicht werden. Die Fahrzeuge sollen auf Bestandslinien eingesetzt werden, den Qualitätsstandards des Hamburger Verkehrsverbundes entsprechen und der Service soll für die allgemeine Öffentlichkeit frei zugänglich sein. Ziel der Erprobungsphase ist es, alle erforderlichen Fähigkeiten, Prozesse, Systeme und Erfahrungen aufzubauen, um ab 2028/29 einen substanziellen Aufbau einer fahrerlosen Busflotte einzuleiten. Lesen Sie in der neuen „stadtverkehr“-Ausgabe 7-8/2025, welche Voraussetzungen nach Einschätzung von VDV und HOCHBAHN jetzt schnell geschaffen werden müssen und welche Vorteile vom Einsatz autonomer Busse ohne Bordpersonal zu erwarten sind.

Foto: T. Naumann

Mannheim: Straßenbahnjubiläum, Konversionsnetz und Klimaschutz-Aktionsplan 2030

Mit einem großen Fahrzeugkorso durch die Fußgängerzone in der Innenstadt feierten die Stadt Mannheim und die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) am 29. Juni 2025 gemeinsam unter anderem den 125. Geburtstag der elektrischen Straßenbahn in Mannheim mit großer Anteilnahme der Bevölkerung. Die „rnv“ feierte mit der Tramparade außerdem ihr eigenes, 20-jähriges Betriebsjubiläum.

Unter dem Oberbegriff „Konversionsnetz“ wird in Baden-Württembergs zweitgrößter Stadt seit einigen Jahren an einem Projekt gearbeitet, das verschiedene Konversionsflächen mit ehemals militärischer und industrieller Nutzung auf der Schiene erschließen und mittels mehrerer Teilprojekte die Kapazität des Straßenbahnnetzes insgesamt erhöhen soll.

Acht Einzelmaßnahmen ganz unterschiedlicher Größenordnung – von Neubaustrecken bis hin zu Haltestellenaufwertungen – reihen sich entlang einer Streckenführung auf, die nach Abschluss aller Arbeiten durchgehend von einer ca. 13 km langen Linie bedient werden soll. Das Konversionsnetz steht für den Ausbau des Mannheimer Straßenbahnbetriebs im laufenden Jahrzehnt, startete pünktlich Anfang der 2020er Jahre und hat gute Chancen, auch termingerecht bis 2028 abgeschlossen zu werden. Dann wird es eine neue und zusätzliche Durchmesserlinie 16 Franklin–Stadtmitte/Hauptbahnhof–Rheinau Nord (Karlsplatz) geben. Der Ausbau des ÖPNV fügt sich zudem in ein größeres Bild ein: Die Stadt Mannheim verfolg das Ziel, bis zum Jahr 2030 „klimaneutral“ zu werden und hat sich mit Beschluss im Jahr 2023 einen Klimaschutz-Aktionsplan 2030 gegeben. Lesen Sie in „stadtverkehr“ 7-8/2025 ausführlich, welche Rolle der Verkehr dabei spielt und welchen Beitrag der ÖPNV zu dieser großen Aufgabe beisteuern soll.

Foto: Gobierno de Mexico

Mexiko-Stadt auf dem Weg zur Verkehrswende

Als Claudia Sheinbaum, eine Ingenieurin, im Juli 2018 für eine sechsjährige Amtszeit als Bürgermeisterin und Regierungschefin des Bundesdistrikts Mexiko-Stadt gewählt wurde, kündigte sie u.a. umfangreiche Maßnahmen zum Umweltschutz an, die auch den Ausbau und die Verbesserung des öffentlichen Verkehrswesens betrafen. Im Juni 2024 gewann Sheinbaum als erste Frau die Präsidentschaftswahlen und ist seit Oktober vergangenen Jahres Präsidentin Mexikos. Clara Brugada, die zur selben Zeit als Nachfolgerin Sheinbaums das Amt der Regierungschefin in Mexiko-Stadt angetreten hat und derselben Partei (MORENA) angehört, wird die ÖPNV-freundliche Politik weiterführen. Aber was wurde in dieser Hinsicht in den letzten Jahren erreicht?

Während Sheinbaums relativ kurzer Amtszeit als Bürgermeisterin bzw. Regierungschefin von Mexiko-Stadt wurden drei neue Obuslinien und vier Seilbahnlinien eröffnet, über 400 Obusse beschafft, eine U-Bahn-Linie erneuert sowie zahlreiche strukturelle Veränderungen im ÖPNV-Gesamtsystem ermöglicht, die die Verkehrsentwicklung in der Millionen-Metropole nachhaltig verbessern werden. Eine Priorität der letzten Stadtregierung war es, den Verkehrsbetrieb STE und den bis vor wenigen Jahren im Niedergang befindlichen Trolleybusbetrieb in Bezug auf Ausstattung, Wagenpark und Infrastruktur auf ein angemessenes und modernes Niveau zu bringen. Was die Obusse angeht, setzt man auf die Beschaffung großer Mengen von Batterie-Trolleybussen aus chinesischer Produktion. Eingesetzt werden sie nicht nur auf klassischen Linien, sondern auch auf neu gebauten Viadukt-Trassen. Mit der kürzlich eröffneten Linie 11 verlässt sogar erstmals eine Obuslinie die Grenzen des Bezirks CDMX und führt nach Chalco im Bundesstaat México (Edomex). Lesen Sie in der neuen „stadtverkehr“-Ausgabe alles über die aktuelle ÖPNV-Entwicklung und Ausbaupläne in einer der größten Metropolen der Welt.