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Magazin stadtverkehr 3/2026

Messe & Kongress

  • Vorschau auf die IT-TRANS 2026
  • Vorschau auf mobility move ’26


Fahrzeug & Technik

  • Auftragsentwicklung für Straßen- und Stadtbahnwagen 2025


Industrie & Produkt

  • PESA Bydgoszcz übernimmt HeiterBlick
  • EAO gewinnt den Good Design Award 2025


Netz & Betrieb

  • Dortmunder Herbst: Fortschritte, Unsicherheiten und Verzögerungen
  • Berlin: Eröffnung der Fernbahngleise entlang der Dresdner Bahn
  • Insel Rügen: Pilotprojekt Wegebahnen als ÖPNV-Buslinie nach PBefG §42


Verkehrsmarkt & Verkehrspolitik

  • Aufatmen in Würzburg
Foto: S. Göbel

Auftragsentwicklung für Straßen- und Stadtbahnwagen 2025

In der Neuauflage der Betrachtung des Marktes für Straßenbahn- und Stadtbahnfahrzeuge mit Schwerpunkt in Europa und Nordamerika für das Jahr 2025 zeigt sich mit fast 800 neu bestellten oder aus früher vereinbarten Optionen neu abgerufenen Fahrzeugen eine beachtliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Selbst wenn man die Hoch- und Mittelflurwagen, diesmal mehr als ein Viertel der bestellten Fahrzeuge, unberücksichtigt lässt, führen die Drehgestellwagen im Jahr 2025 das Feld deutlich an. Der Mischtyp mit Enddrehgestellen und einer Multigelenk-Architektur dazwischen erreichte diesmal einen höheren Anteil an der Gesamtstückzahl als die Multigelenkwagen.

Die meisten neuen Aufträge erzielte diesmal Stadler – mit einem breit aufgestellten Angebot, das inzwischen drei unterschiedliche Straßenbahntypen umfasst, die sämtlich auch für Meterspur verfügbar sind. Für einen neuen „Tango Nordic“ erhielt man in Helsinki den Zuschlag; der Auftrag ist aber noch nicht unterzeichnet. Auch im Segment eisenbahntauglicher Normalspurfahrzeuge mit mittlerer oder hoher Bodenhöhe konnte Stadler sich neue Aufträge sichern. Ebenfalls dreistellig aber deutlich niedriger und mit Schwerpunkt bei Optionseinlösungen schloss die Auftragsbilanz von Alstom im hier betrachteten Segment ab, gefolgt von PESA. Auch türkische und chinesische Anbieter notierten neue Aufträge aus Ländern der EU. Lesen Sie alles über die Marktentwicklung bei den Straßen- und Stadtbahnen in der neuen „stadtverkehr“-Ausgabe 3/2026.

Foto: C. Much

Insel Rügen: Pilotprojekt Wegebahn als ÖPNV-Buslinie nach PBefG §42

Kennen Sie Wegebahnen? Jene Straßenfahrzeuge mit als Lokomotiven stilisierten Zugfahrzeugen und mehreren lustigen, nicht selten halboffenen Anhängern, die mit maximal 25 km/h für Stadtrundfahrten oder als Zubringer zu Festivals und ähnliches verwendet werden, und für deren Betrieb meist eine Ausnahmegenehmigung eingeholt werden muss? Wegebahnen gibt es auch in den Badeorten der Insel Rügen, als Attraktion mit beiläufiger Transportfunktion, und sogar mit technischer Innovation, denn trotz Dampflok-Optik sind einige der Zugfahrzeuge dort seit einigen Jahren bereits elektrisch angetrieben.

Jahrelang koexistierten in Sellin und Baabe die auf die touristischen Bedürfnisse zugeschnittenen Kleinwegebahnen mit einem Ortsbus, der v.a. der ansässigen Bevölkerung diente, z.B. im Schülerverkehr. Dennoch gab es Überlappungen bei Streckenführung und Erschließungsfunktion und so fragte man sich, ob hier nicht Synergien zu heben seien. In einem Pilotprojekt wurden daher die Dienste verschmolzen und die Kleinwegebahnen fahren nun als ÖPNV-Buslinie nach den einschlägigen Normen des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG §42), auch außerhalb der Touristensaison. Ein ausführlicher Artikel in der neuen „stadtverkehr“-Ausgabe 3/2026 informiert über dieses neuartige Konzept.

Foto: PESA Bydgoszcz

PESA Bydgoszcz übernimmt HeiterBlick

Im Dezember 2025 wurde die Investorenvereinbarung zur Übernahme der HeiterBlick GmbH durch PESA Bydgoszcz SA von den Beteiligten unterzeichnet und im Laufe des ersten Quartals 2026 soll die Transaktion zum Abschluss gebracht werden. HeiterBlick ist nach eigener Darstellung ein Spezialanbieter für kundenindividuell gestaltete Stadt- und Straßenbahnen. Gegründet vor 100 Jahren im gleichnamigen Leipziger Stadtteil als Hauptwerkstatt der Verkehrsbetriebe, ist die HeiterBlick GmbH ein Kind der politischen Wende 1989; im Zuge der Kommunalisierung des ÖPNV in den neuen Bundesländern waren aus dem VEB Kombinat Verkehrsbetriebe der Stadt Leipzig die Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH LVB hervorgegangen, von denen später die HeiterBlick GmbH abgetrennt wurde.

Corona und der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine führten bei den Lieferketten der HeiterBlick GmbH zu negativen Entwicklungen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten, denen man im Frühjahr 2025 mit der Eröffnung eines Insolvenzantrags in Eigenverwaltung zu begegnen suchte. Die Suche nach einem Investor brachte die polnische PESA Bydgoszcz auf den Plan, die, gestärkt durch eine Finanzierungsvereinbarung im Wert von umgerechnet ca. 1,6 Mrd. EUR mit über 20 polnischen und internationalen Finanzinstitutionen, darunter die polnische staatliche Entwicklungsbank BGK (Bank Gospodarstwa Krajowego), nach Expansionsmöglichkeiten suchte und dabei ein Auge auf den Markt in Deutschland und anderen westlichen Ländern geworfen hatte. Lesern Sie in der neuen „stadtverkehr“-Ausgabe 3/2026 einen ausführlichen Artikel über PESA Bydgoszcz, HeiterBlick und den Plan, nach dem „ein starker, integriert arbeitender Anbieter von Straßenbahnfahrzeugen und entsprechenden Dienstleistungen für den deutschen und den gesamten europäischen Markt“ entstehen soll.