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Magazin
stadtverkehr 9/2026

Messe & Kongress

  • Vorschau auf die InnoTrans 2026


Verkehrsmarkt & Verkehrspolitik

  • S-Bahn Berlin: Vergabe entschieden
  • Dresden: Quo vadis, DVB?


Netz & Betrieb

  • Wieder Trolleybusse in Tallinn
  • Ransomware legt Ticketing und Fahrgastinformation lahm
  • Odessa: ÖPNV zwischen Modernisierung und Kriegsalltag


Industrie & Produkt

  • Gleisbau: Die CONTRACK-Technologie
  • Enika rüstet Prager Straßenbahnen mit Klimaanlagen nach


Projekt & Planung

  • 25 Jahre Straßenbahn in den Potsdamer Norden


Fahrzeug & Technik

  • Wuppertal hat seinen Kaiserwagen zurück


Kurz & Aktuell

  • Grunderneuerung bei der Straßenbahn Erfurt
  • Ausbau des Straßenbahnnetzes in Luxemburg
Foto: T. Joos

Ransomware legt Ticketing und Fahrgastinformation lahm

Öffentliche Verkehrsunternehmen arbeiten heute ebenso wie viele andere Branchen zunehmend mit Digitalisierung. Die Nutzung vernetzter Rechner ist zentral für die Erbringung von Verkehrsleistungen, sei es in Verkehrssteuerung, Ticketing oder Fahrgastinformation. Aber mit der Vernetzung der Rechner erschien ein neues Phänomen, das auch vor der Verkehrsbranche nicht Halt macht.

Der Begriff Ransomware steht für eine Art von Schadprogrammen, die den Zugriff auf Daten und Systeme einschränken oder unterbinden. Für die Freigabe wird dann ein Lösegeld (englisch: Ransom) verlangt. Entweder sperrt ein solches Schadprogramm den kompletten Zugriff auf das System oder es verschlüsselt bestimmte Nutzerdaten. Bekannt wurden Ransomware-Attacken u.a. auf die Bahn, die üstra Hannover oder die Rostocker Straßenbahn. Fahren auch Busse und Straßenbahnen nach einem Ransomware-Angriff in aller Regel weiter, so zeigt sich der Schaden woanders. Abo-Portale bleiben offline, Anzeigetafeln liefern keine Ankunftszeiten mehr, Kundenzentren verkaufen nur noch Einzelfahrscheine gegen Bargeld, und die Finanzbuchhaltung behilft sich wochenlang mit Papier.

Lesen Sie in der neuen „stadtverkehr“-Ausgabe 9/2026, welche Ansätze zur Steigerung der eigenen Resilienz Verkehrsunternehmen zur Verfügung stehen und welche gesetzlichen Anforderungen bereits bestehen.

Foto: C. Walther

Odesa: Straßenbahn und Obus zwischen Modernisierung und Kriegsalltag

Mit rund einer Million Einwohnern ist Odesa (deutsch: Odessa) die drittgrößte Stadt der Ukraine und das wirtschaftliche Zentrum des Landes am Schwarzen Meer. Die Hafenstadt ist Verwaltungssitz der Oblast Odesa und bildet den Endpunkt mehrerer nationaler Eisenbahnstrecken sowie wichtiger Fernstraßen. Zusammen mit dem Seehafen, der Industrie und dem Dienstleistungssektor prägt der öffentliche Personennahverkehr den Alltag der Stadt.

Der russische Angriff auf die Ukraine am 24. Februar 2022 veränderte auch den öffentlichen Nahverkehr in Odesa. Während die Stadt zunächst weniger stark betroffen war als Kyjiw, Charkiw oder Mykolajiw, entwickelte sie sich im Verlauf des Krieges zu einem wiederkehrenden Ziel von Raketen- und Drohnenangriffen. Neben Hafenanlagen und Energieinfrastruktur gerieten auch Verkehrs- und Versorgungsanlagen in den Wirkungsbereich der Angriffe.

Für den städtischen Verkehrsbetrieb KP Odesmiskelektrotrans (OMET) bedeutet dies, den Betrieb unter Bedingungen aufrechtzuerhalten, die zuvor nicht vorstellbar waren. Luftalarm, Ausgangssperren, beschädigte Infrastruktur und zeitweise Ausfälle der Stromversorgung bestimmten und bestimmen den Alltag. Dennoch gelang es bisher, den Straßenbahn- und Obusverkehr über weite Strecken ohne längere Unterbrechungen fortzuführen.

Der Krieg hat die Entwicklung des Unternehmens verlangsamt, jedoch nicht zum Stillstand gebracht. Vielmehr zeigt Odesa, dass ein leistungsfähiger elektrischer Nahverkehr selbst unter außergewöhnlichen Bedingungen funktionsfähig bleiben kann. Straßenbahn und Oberleitungsbus sichern die Mobilität der Bevölkerung, verbinden Wohngebiete mit Arbeitsplätzen und öffentlichen Einrichtungen und gehören damit zur kritischen Infrastruktur der Stadt. Lesen Sie in der neuen „stadtverkehr“-Ausgabe 9/2026 einen ausführlichen Bericht zum Nahverkehr in Odesa.

Foto: T. Naumann

25 Jahre Straßenbahn in den Potsdamer Norden – Ausbau geplant

Potsdam hat viele Gesichter. Besonders ins Auge fallen neben der Altstadt die Residenzstadt mit ihren Schlössern und Parks, Sichtachsen, Aussichtspunkten, Tempeln und Villen, umgeben von Wald und Wasser – das ist das Preußische Arkadien, das eine Gesicht der Stadt. Ein weiteres ist die sozialistische Stadt der Nachkriegszeit, die in den großen Neubauvierteln an der südlichen Peripherie und auch unmittelbar an den historischen Stadtkern anschießend das Stadtbild beherrscht. Nicht weniger prägend war über Jahrhunderte die Preußische Garnison, eine verbotene Stadt aus Exerzierplätzen und Kasernen. Von den Zeiten Friedrichs des Großen bis zum Abzug der Roten Armee 1993 waren hier ca. 300 ha Fläche jeder anderen Nutzung und Planung entzogen. Nachdem gesichert war, dass die russischen Verbände, nun GUS-Truppen genannt, vollständig aus Deutschland abziehen würden, verschwand rasch das über dem gesamten Potsdamer Norden schwebende Denkverbot. Damit stand dieses Gesicht der Stadt vor einem tiefgreifenden Wandel.

Das Bornstedter Feld sollte mit Wohnbebauung entwickelt werden und einen großen öffentlichen Park erhalten. Die Fachhochschule Potsdam kündigte die Verlegung ihrer Einrichtungen samt und zeitgemäßem Ausbau ins Bornstedter Feld an. Für die Verwirklichung der Pläne war die Entscheidung zur Austragung der Bundesgartenschau BUGA 2021 – mit ihren Terminvorgaben – ebenso bedeutsam wie die Erschließung der Areale mit der Straßenbahn.

Heute hat die Wohnbevölkerung den damals prognostizierten Umfang von ca. 15.500 Personen nahezu erreicht, hinzu kommen erwartete ca. 5000 Arbeitsplätze, die ebenfalls fast vollständig geschaffen wurden.

Lesen Sie in der neuen „stadtverkehr“-Ausgabe 9/2026 einen detaillierten Artikel zu den Herausforderungen und Lösungen der Straßenbahn in den Potsdamer Norden vor 25 Jahren und zu den aktuellen Plänen einer abermaligen Erweiterung von Siedlungen und Tram in Krampnitz und Fahrland.