München Mobilität: Zum Wachstum verdammt?
Weil das ungebremste Wachstum weiter monozentral orientiert ist erzeugt die Stadt im Ergebnis ihrer Entwicklung anteilig viel mehr auf ihren Kern orientierten Verkehr als etwa Berlin oder Hamburg. Dafür wurden mit S- und U-Bahn auch bereitwillig und mit großem Aufwand zwei Systeme von Grund auf neu geschaffen, ohne die die Stadt wirtschaftlich nicht lebensfähig wäre. Aber beide Systeme sind heute saturiert, und das nicht nur in absoluten Spitzenzeiten. Im Moment läuft mit dem Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke parallel zur ersten gerade die nächste Eskalationsstufe dieser unendlichen Geschichte. Wenn sie in Betrieb geht wird noch mehr auf das Zentrum orientierter Verkehr zu erwarten sein und es ist keineswegs sicher, dass die zusätzlichen Kapazitäten das Problem nachhaltig lösen werden. Und wenn nicht, auf zur nächsten Runde? Wer soll das bezahlen? Die geplante U9, in gewisser Weise die 2. Stammstrecke der Nord-Süd-Richtung, ist noch längst nicht finanziert. Lesen Sie in der neuen „stadtverkehr“-Ausgabe 5/2026, welche Rolle tangentiale Schienenverbindungen in München spielen könnten und warum die Fortschritte bei ihrem Aufbau so langsam sind.
Am 28. Februar 2026 wurde der erste kurze Abschnitt der Westtangente der Münchner Tram eröffnet. Wenn die über 8 km lange Strecke in einigen Jahren fertig ist, kann sie auch zur Entlastung zentraler Abschnitte des Schnellbahnnetzes einen Beitrag leisten. Aufnahme: T. Naumann


